Schon immer war der Ring von großer Bedeutung, auch wenn er damals nicht immer aus Gold, Silber oder Platin bestand. Die Symbolik stand im Vordergrund. Bei den Kelten wurden Ringe sogar aus Gras geflochten. Die unterschiedlichen Grassorten symbolisierten dabei die Zugehörigkeit der verschiedenen Stämme. Überlieferungen zeigen, dass bereits vor Christus der Ring als Eheversprechen eingesetzt wurde. Dieses berichtete Plautus, ein römischer Dichter. Im alten Rom bekam die Braut anstatt eines Ringes einen Schlüssel aus Eisen überreicht. Der Schlüssel sollte verdeutlichen, dass die Braut mit der Trauung auch die Schlüsselgewalt des Hauses übernahm. Das Eisen symbolisierte dabei Treue und Bescheidenheit.

Was den Ring heute als Symbol auszeichnet ist die Beständigkeit und die Tatsache, dass er kein Ende hat, wie es ja auch in der Ehe sein sollte. Der Verlobungsring wurde bis zum 14. Jahrhundert traditionell nur von den Frauen getragen. Die Frauen gelobten damit die ewige Treue. Die Männer hatten dagegen etwas „mehr Spielraum“.

Nebenbei erwähnt: Viele glauben noch immer, dass dieser Spielraum besteht und müssen dann überrascht feststellen, dass das Thema Emanzipation heutzutage eine doch größere Rolle spielt…

Wie dem auch sei, im 14. Jahrhundert wurde der Ringtausch einge-führt und wurde damit fester Bestandteil des Eheversprechens.

Im 15. Und 16. Jahrhundert gab es auch die so genannten Zwil-lingsringe. Dabei handelte es sich praktisch um zwei Teile eines Ringes, die nach der Verlobung von beiden Partnern getragen wurden. Am Tage der Hochzeit erhielt die Braut zu ihrem Ring noch den Ring des Ehemannes. Beide Teile konnten nun zu einem einzigen Ring zusammengesteckt werden.

Hierzulande hat es Tradition, dass der Verlobungsring an der linken Hand getragen wird. Zur Trauung wechselt er dann auf die rechte Hand. An dieser Stelle unterscheiden sich jedoch die Ansichten. Viele Paare halten an dieser Tradition fest, andere sind der Meinung, dass es grundsätzlich besser und auch logischer wäre, den Ring, ob zur Verlobung oder zur Hochzeit, grundsätzlich an der linken Hand zu tragen. Grund dafür: Die linke Hand liegt näher am Herzen. Am vierten Finger der linken Hand verläuft die vena amoris, die Liebesader.
Die alten Gallier trugen das edle Schmuckstück dagegen immer am Mittelfinger. Wer pragmatischer eingestellt ist könnte auch behaupten, dass der Ring dadurch weniger beansprucht wird, zumindest wenn man kein Linkshänder ist. [...]