[...]Das beste Alter für eine Hochzeit ist oft Gegenstand hitziger Diskussionen. Einige behaupten, man solle seine erste Liebe nicht heiraten, da noch zu wenige Erfahrungen gesammelt wurden und der Entwicklungsprozess noch nicht abgeschlossen sei. Mal ehrlich, wann ist denn der Entwicklungsprozess abgeschlossen? Wir entwickeln uns ständig weiter, lernen aus Erfahrungen, aus Fehlern, ein Leben lang.

Dr. Karl Weißbrodt, der im Jahr 1879 sein Buch Die eheliche Pflicht veröffentlichte, hatte zum Thema Heiratsalter und „Beschaffenheit des Mannes“ seine eigene Meinung. An einer Stelle spricht er auch das Vorleben des potenziellen Ehemannes an:

„Solche, die in früher Jugend Onanie [Selbstbefleckung] getrieben oder sonst sehr früh geschlechtlichen Ausschweifungen sich hinge-geben haben, auch solche, die ein allzu durstiges Studentenleben geführt und sich infolgedessen Blutverderbnis [frühzeitige Fettbil-dung], chronischen Magenkatarrh, Leberbeschwerden usw. zugezogen haben, sollen das Heiraten jedenfalls bis nach zurückgelegtem 30. Lebensjahre verschieben und auch dann nur unter der Voraussetzung in die Ehe treten, daß ihre Gesundheit sich wieder vollkommen befestigt hat.“

Ein Romantiker war Dr. Karl Weißbrodt wohl eher nicht. Einer, der sich nicht vom Heiratsalter beeinflussen lässt und eine zugegebenermaßen einleuchtende Antwort auf die Frage des Heiratsalters liefert, ist der Autor H. Jackson Brown. Er hat folgende Auffassung:

„Heirate die richtige Person. Diese eine Entscheidung wird über 90 Prozent Deines Glücks oder Unglücks bestimmen.“[...]